
Von der Ziegelei Alte Fähre bei Plötzky, gelegen an der heutigen B 246 a, von Plötzky aus gesehen hinter der Alten Elbe auf der rechten Seite – nach der zweiten Linkskurve, die auf die Brückenrampe folgt – ist kaum noch etwas zu erkennen (siehe Beitragsbild). Man findet jedoch überwucherte Mauerreste und entlang der Straße anschließend eine große Senke, in der wohl Ton gewonnen wurde. Wann diese Ziegelei entstand, ist (noch) nicht bekannt.
Am 06. Juli 1953 wird in der Tageszeitung unter der Überschrift Regierungsbeschlüsse werden verwirklicht1 berichtet, dass die private Ziegelei Alte Fähre von H. Franke in Plötzky sich am Wohnungsbauprogramm des Bezirkes Magdeburg beteiligt.
Die Mitteldeutschen Neuesten Nachrichten berichten am 15. Juli 1953 unter der Überschrift Hochbetrieb in Privatziegelei2 ebenfalls, dass die private Ziegelei des Unternehmers H. Franke in Plötzky für den Wohnungsbau in Gommern 123.000 und für die Wohnungsbauten des Magdeburgers Ernst-Thälmann-Werkes 150.000 Ziegelsteine liefern.
Abb.: Zeitungsmeldung zum Ende der Ziegelei Alte Fähre, 1963 (Foto: Archiv der Heimatstube Plötzky)
Am 13. September 1956 berichtet die Tageszeitung unter der Überschrift Schneller schalten!3, dass in der Ziegelei Alte Fähre Anfang August durch Blitzschlag der Schornstein beschädigt worden sei. Es sei die DVA informiert worden, aber Anfang September sei der Schaden noch nicht besichtigt gewesen.
In der Volksstimme vom 09. März 1963 wird mit einem Foto und einem kurzen Text unter der Überschrift Sie hat ausgedient4 berichtet, dass die seit Langem stillgelegte Ziegelei Alte Fähre nun abgerissen werde und Ziegel, Balken und Latten vom Baukombinat Schönebeck für Bauarbeiten verwendet werden.
Am 17. April 1963 meldet die Volksstimme mit zwei Fotos (siehe erste Abbildung), dass die Anlage demnächst gesprengt werde, weil sie veraltet sei.5
In seiner Dorfchronik, die Werner Kunze unter Mitarbeit von Ernst Lindner zum 750-jährigen Jubiläum von Plötzky erstellt hat, bemerkt er im Abschnitt Aus dem wirtschaftlichen Leben: „Auf Grund des Bodens in der Elbaue (Ton und Lehm) entwickelten sich zwei Ziegeleien, in denen Mauerziegel hergestellt wurden. Die weitere Technisierung in unserem Arbeiter- und Bauern-Staat führte 1963 und 1972 zur Stillegung dieser Ziegeleien.“6
Auch aus der Zeit vor dem II. Weltkrieg finden sich vereinzelte Nachrichten. So vermerkt die Website albert-gieseler.de, die Ziegelei Alte Fähre bei Plötzky habe 1938 in der Zeitschrift Maschinenmarkt eine Verkaufsanzeige für ein Lokomobil der Heinrich Lanz Aktiengesellschaft aufgegeben.7
Im Adressbuch aller Länder der Erde der Kaufleute, Fabrikanten, Gewerbtreibenden, Gutsbesitzer, etc. von 1895 findet sich im Band 10 für Plötzky ein Eintrag über zwei Ziegeleien, nämlich zum einen Cabelitz´s Fr. Ziegelei Spec.: Mauersteine, Dachpfannen, Dampfbetr. und zum anderen Krackau L. & Stiehle. Demnach muss es zu diesem Zeitpunkt in Plötzky zwei Ziegeleien gegeben haben. Wer der Eigentümer der Ziegelei Alte Fähre ist, ist nicht erkennbar.
Abb.: Das Gelände der Ziegelei Alte Fähre als Quelle für Baumaterial, 1963 (Foto: Archiv der Heimatstube Plötzky)

Nachweise
- Kopie im Archiv der Heimatstube Plötzky unter der Signatur F-0034-1-005 ↩︎
- Kopie im Archiv der Heimatstube Plötzky unter der Signatur F-0034-1-005 ↩︎
- Kopie im Archiv der Heimatstube Plötzky unter der Signatur F-0034-1-013. ↩︎
- Kopie im Archiv der Heimatstube Plötzky unter der Signatur F-0034-1-083. ↩︎
- Kopie im Archiv der Heimatstube Plötzky unter der Signatur F-0034-1-083. ↩︎
- Kütz, Martin (2021): Die Plötzkyer Chroniken. epubli: Heimatverein Plötzky Ostelbien e.V. S. 167. ↩︎
- Maschinenmarkt (1938). Heft 93. S. 52. ↩︎